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Afghanistan-Blog #6: Drogenbekämpfung? Der Westen soll zahlen.

General Khodaidad,
afghanischer Minister für Drogenbekämpfung
Interview mit dem Minister für Drogenbekämpfung Colonel General Khodaidad und seinem Sprecher Zulmay K. Afzali:

Herr Minister, in manchen Provinzen Afghanistans wird dieses Jahr viel weniger Mohn angebaut als 2007, zum Beispiel in Nangarhar. Wie kommt das?

General Khodaidad: Die Zusammenarbeit der Behörden, der Polizei aber auch mit den Dorfräten, Mullahs und den Clans ist besser geworden. Alle verstehen, dass es nicht gut ist, Opium herzustellen.

Zulmay K. Afzali: Wir geben auch direkte Anreize. In dem von den der UN mit 50 Millionen Dollar finanzierten Programm GPI (Good Performer Initiative) erhält eine Provinz eine Prämie von 1,5 Millionen Dollar für das betreffende Jahr, wenn sie mohnfrei ist. Diese Summe wird direkt von uns als Sachleistung erbracht, indem Schulen, Kliniken oder Bewässerungsanlagen gebaut werden, was immer die Bevölkerung wünscht. So kann das Geld auch nirgends versickern. Ab 2009 werden wir sogar 3 Millionen Dollar Prämie bezahlen.

Wie viele Provinzen sind dieses Jahr frei von Mohn?

Zulmay K. Afzali : 12 von 34 Provinzen

Nun ist dieses Jahr der Opiumpreis im Keller während die Lebensmittelpreise rapide steigen. Die Bauern sagen, dass sie nächstes Jahr wieder Opium anbauen werden, wenn sie wieder bessere Preise bekommen können.

Zulmay K. Afzali: Wenn Hunger herrscht, können die Bauern ihre Kinder töten, sich selbst töten oder sich den Taliban anschließen. Etwas anderes bleibt ihnen nicht.

General Khodaidad: Dennoch können wir uns nicht erpressen lassen. Opiumanbau ist ein Verstoß gegen das Gesetz, gegen den Glauben und schädlich für alle. Wir können nicht einem Dieb Geld geben, damit er nicht mehr stielt.

Also würden Sie die Drogenbekämpfung intensivieren?

Zulmay K. Afzali: Wir wünschen uns, dass die Drogenbekämpfung auf den Absatzmärkten intensiviert wird. Solange es eine Nachfrage gibt, wird das Opium irgendwo herkommen. Und diese Märkte sind in den westlichen Ländern. Wir können nicht von einem afghanischen Grenzpolizisten in Sandalen, mit einer alten AK47 und 3 Patronen verlangen, dass er sein Leben gegen die Drogenmafia riskiert – obwohl er das oft genug tut.

General Khodaidad: Sprechen Sie mit ihren Leuten im Westen. Hier ist Krieg, keine Teeparty. Wenn wir mehr tun sollen, dann soll der Westen zahlen.

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